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Sommerferien 2017

Rückblicke

 

„Abenteuerspielplatz trifft Schule“
Ein Kooperationsprojekt des Vereins Abenteuerspielplatz Monheim am Rhein e.V  mit Grundschulen aus dem Monheimer und Baumberger  Stadtgebiet


Ausgangslage
Der Abenteuerspielplatz Monheim am Rhein  bietet seit 2006 an geeigneten Standorten im Monheimer Stadtgebiet einen Sommerbetrieb an, der von den Kindern aus dem gesamten Monheimer Stadtgebiet genutzt wird. Seit dem  Sommer 2007 gab es auch immer wieder Anfragen von Monheimer Grundschulen, ob es möglich sei,  den Abenteuerspielplatz  am Vormittag oder im Rahmen des Offenen Ganztages zu nutzen. Probeweise wurde dies durchgeführt, so dass auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten des Abenteuerspielplatzes (offener Betriebes derzeit von 15-18:00) Kinder den Platz nutzen konnten.
Die Erfahrung zeigte, dass mit der gezielten Öffnung bzw. Vormittagsbuchung des Platzes die Anfrage nach weiteren „Schultagen“ gestiegen ist, die mit den zunächst kalkulierten Kosten des „normalen“ offenen  Betriebes  nicht zu realisieren sind, zumal an diesen „Schultagen“ Projekte, Angebote und Aktionen in Absprache mit den Klassenlehrern /Lehrerinnen speziell für die Schulklassen geplant wurden und somit auch zusätzliche Materialkosten entstehen.
Die gelungene und spannende Annäherung zwischen Jugendhilfe und Schule sollte aus unserer Sicht und aus der Sicht im Jahr 2008 ausgeweitet und  verstetigt werden. Anhand der gewonnenen Erfahrungen soll die Entscheidung vorbereitet werden, ob und in welcher konkreten – auch finanziellen – Ausgestaltung, z.B. in Form von verbindlichen Kooperationsvereinbarungen, eine dauerhafte Zusammenarbeit möglich ist.
 Auch im Jahr 2010 werden wir wie schon im Jahr zuvor für unseren Sommerbetrieb ein Grundstück in Rheinnähe nutzen, der zudem im Einzugsbereich dreier Schulen in oder in der Nähe des Berliner Viertels liegt (Stadtteil mit bes. Erneuerungsbedarf). Dieser Standort bietet besonders viel Freiräume und Erfahrungswelten, die den Kindern aufgrund des immer enger werdenden Aktionsraumes zunehmend versperrt sind. Auch die Schulen sind aufgrund des minimalen Platzangebotes und der Lage inmitten des verdichteten Innenraumes nicht dazu in der Lage, diese Erfahrungsräume im Rahmen des Schulalltages zu erschließen.


Ziel
Ab dem Sommerbetrieb 2008 streben wir eine intensivere Kooperation mit den Grundschulen aus dem Monheimer (5 Schulen) und dem Baumberger (3 Schulen) Stadtgebiet. Fast alle Grundschulen bieten den Offenen Ganztagsbetrieb, an einer Grundschule existieren darüber hinaus „echte“ Ganztagsklassen. Die Kinder sind daher oft bis zu 8 Stunden in der Schule, so dass eine Auflockerung /Neu-Rhythmisierung des Unterrichtstages  sinnvoll erscheint. Der Abenteuerspielplatz möchte die Zusammenarbeit mit den Schulen suchen, um z.B. spezielle  Themen aus dem Sachunterricht aufzugreifen,  Projekte zu entwickeln und mit besonderen Angeboten  den herkömmlichen Sachunterricht zu bereichern (z.B. Wasserkreislauf, Jahreszeiten, heimische Tier- und Pflanzenwelt, Natur und Kunst = NaturKunst, Experimente, etc.).
Auch die sozio-emotionale Komponente des pädagogischen Ansatzes der Abenteuerspielplatzpädagogik kann für die Schulen genutzt werden. Etwas zusammen zu bauen und gestalten kann insbesondere bei schwierigen Kindern innerhalb einer Klasse dem Gemeinschaftsgefühl  nur zuträglich sein.
3 Monheimer Grundschulen liegen im Einzugsbereich des Berliner Viertels (Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf). Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund ist hier besonders groß (an einer Schule ca. 80%). Innerhalb der engen Grenzen des Schulalltags ist es oftmals schwierig, Vorurteile der verschiedenen ethnischen Gruppen abzubauen. Während des offenen Betriebes  haben wir die Erfahrung gemacht, dass selbstbestimmtes, kreatives Spiel, der Ehrgeiz, gemeinsam zu experimentieren und etwas ganz neues zu schaffen, die Kooperationsbereitschaft und Toleranz der Kinder ganz deutlich steigert. Das gilt im Übrigen auch für Kinder mit unterschiedlicher sozialer Herkunft. Auch hier existieren große Barrieren, die im Rahmen des Schulalltags nicht oder nur unzureichend aufgebrochen werden können.
Die Möglichkeiten, Verantwortung für sich und andere zu tragen werden  gerade durch vermeintlich „gefährliche“, weil ungewohnte Verhaltensweisen gefördert und eingeübt : Wenn z.B.  mit Werkzeugen gearbeitet wird, die nur den Erwachsenen zugetraut werden. Solche Aktivitäten werden in der Regel im  Schulalltag nicht abgefragt bzw. nicht zugelassen.
Die Kinder erleben sich und andere auf dem Abenteuerspielplatz in einem völlig andern Umfeld als in der Schule, das gleiche gilt auch für die Klassenlehrer und Lehrerinnen, die „ihre“ Kinder in einem völlig anderen Setting kennenlernen werden. 
Durch die Integration der Abenteuerspielplatzpädagogik in den Unterricht möchten wir zudem auch Kinder erreichen, die sehr stark auf die Medien fixiert sind und einer zunehmenden Suchtgefahr unterliegen. Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Kinder kreative und Bewegungs -fördernde Angebote nicht wahrnehmen, weil sie diese nicht oder nur sehr eingeschränkt kennen gelernt haben. Erschwerend kommt bei diesen Kindern hinzu, dass sie sich durch den ungehemmten Konsum von Computerspielen und Fernsehen sehr stark sozial isolieren. Der ungewohnt gewordene soziale Kontakt, der sich oftmals nur auf die eingeschränkte Aktionsfläche Schule begrenzt, führt zunehmend dazu, dass soziale Kontakte mit Angstgefühlen verknüpft und immer stärker vermieden werden. Diese Kinder befinden sich in einem Teufelskreis, der durch neue, spannende und angstfreie Erlebnisse aufgebrochen werden sollte. Schule trifft Abenteuerspielplatz heißt hier: Ein Pflichtangebot, das Bestandteil des Schulalltags ist, bietet ganz neue Erlebnisräume und einen Notausgang aus dem ungehemmten Medienkonsum.

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